Fotostudio der anderen Art

In der vergangenen Woche bin ich an diesem speziellen Fotostudio vorbeigekommen....

Es befindet sich in dem ehemaligen Potsdamer Stasigefängnis in der Lindenstraße, im Volksmund beschönigend "Lindenhotel" genannt.
Wenn ein "Verdächtiger" frisch im Gefängnis eintraf, dann wurde er hier als Aufnahmeprozedur mit seiner Aktennummer fotografiert. Mit dieser Aktennummer wurde er von diesem Moment auch angesprochen, ab diesem Raum verloren die Personen ihre eigene Identität. Natürlich folgten noch viele weitere Maßnahmen zur Einschüchterung und Verunsicherung. Aber es begann hier mit einem Druck auf den Auslöser.

Auch die sonstigen Räume und Zellen hatten ihren eigenen "Charme" und die dargestellten Schicksale ließen mich sehr nachdenklich das Haus verlassen.

Hier in Potsdam ist das Vergangenheit, aber anderswo?

Mittelkamera, Vivian Maier und ganz viele Fragen

Der heutige Tag lässt mich sehr ratlos zurück....

Seit ein paar Tagen wünsche ich mir eine Kamera irgendwo zwischen den iPhone-Apps und der Canon DSLR. Die Canon ist mir in der letzten Zeit oft zu groß und zu schwer, um sie öfter mitzunehmen. Die iPhone-Apps sind mir aufgrund der Hardware und Einstellmöglichkeiten nicht ernsthaft genug eine Kamera.
Aufgrund von irgendwelchen Testberichten scheinen die kleinen spiegellosen Systemkameras von Olympus oder Panasonic meinen Wünschen/Vorstellungen am Besten zu entsprechen. Idealerweise mit einer Festbrennweite rund um 35-50mm (umgerechnet auf KB). An der Raststätte nehme ich noch zwei aktuelle Fotozeitschriften mit, denen habe ich immerhin zu verdanken, das bei einigen Modellen ein Nachfolgemodell bereit steht.

Im Saturn in der Mönkebergstraße in Hamburg kann ich mir die fraglichen Modelle ansehen und auch anfassen, aber der Funke springt nicht über. Autofokussteuerung per Touchscreen, verschachtelte Menüs und doch recht klobige Geräte sind nicht nach meinem Geschmack. Mein Geld bleibt auf der Bank, ich mache mich auf den weiteren Weg durch Hamburg.

Nach dem Feierabend nutze ich die Gelegenheit eine Fotoausstellung von Vivian Maier zu besuchen, verschiedene Blogs hatten ja auf diese Ausstellung und die spezielle Geschichte hinter dieser Frau hingewiesen. Diese Frau war aus meiner Sicht mit der Kamera verheiratet und im positiven Sinn besessen. Sie hat mit verschiedenen Rolleiflexen in Ihrer Freizeit mehr als 100.000 Mittelformat-Filme belichtet, aber nie die Ergebnisse irgendjemanden gezeigt.
Die ausgestellten Ergebnisse sind beeindruckend, die Abzüge sind für mehr als 1.000 Euro käuflich erhältlich.

Und ich verlasse mit vielen Fragen im Kopf die Ausstellung:
Aus welchem Grund hat Vivian Maier ihre Fotos nicht zu Lebzeiten veröffentlich? Was hat sie angetrieben zu fotografieren? Wie wäre ihre Meinung zu dem gegenwärtigen Umgang mit Ihren Fotos und dem dazugehörigen weltweiten Echo?
Mit welcher Kamera würde sie heute fotografieren? Würde sie Ihre Fotos heute veröffentlichen?

Und was bedeutet Fotografie für mich? Was möchte ich festhalten?


schon wieder.....Hamburg....









In Hamburg kommt für mich vieles zusammen: ganz viel maritime Kultur und Geschichte, entsprechende Bauten und dem Status der Großstadt entsprechend wird das bei Nacht auch alles gut beleuchtet. Also habe ich die Übernachtung im Hamburg für einen ausführlichen Spaziergang mit der Kamera und dem Stativ genutzt, dabei sind diese Fotos hier entstanden.

Spielereien mit dem Eierfone




Seit einigen Tagen kann ich mir Apps herunterladen, eine davon ist Hipstamatic. Das kleine Programm bietet viele Möglichkeiten, die gewünschten Motive in einem analogen Look aufzunehmen. Ist eine nette Spielerei, konsequenterweise wird das sonst automatisch aktivierte Geotagging der normalen Kamerafunktion auch nicht genutzt...

Nur ein scheues Reh?

Die berufliche Tätigkeit meiner Frau bringt manchmal wunderliche Objekte ins Haus. Das Reh dort oben ist ein Inventarstück der Stasi-Unterlagen-Behörde und das zweite Foto zeigt den eigentlichen Zweck des Objektes. In dem Hohlraum befand sich eine Minox, die hat die Behöre aber lieber aus dem Objekt genommen. Ich hätte die jedenfalls hier auch gerne gezeigt.


Heutzutage klicken die Hobbyspione sich durch den Angebotskatalog von Pearl....

Erinnerungen an einen Brockenausflug





In der letzten Woche hatte ich dienstlich in Wernigerode zu tun und habe mich relativ spontan entschlossen, mit der Brockenbahn auf den Brocken zu fahren. Das war eine absolut richtige Entscheidung, noch jetzt denke ich viel an diesen Ausflug zurück.
Die Faszination entsteht für mich aus dieser Mischung von

- ungewohnter/unbekannter Natur
- ganz viel Ausblick
- der besonderen Geschichte des Brockengipfels
- der Fahrt mit der Brockenbahn

Insbesondere die Brockenbahn bietet ja für viele Sinne was. Sie ist weit vor der Sichtbarkeit zu hören und natürlich ist bei einer Dampflok viel zu sehen und zu riechen. Interessant fand ich auch den stressfreien Umgang des Personals miteinander und mit den Fahrgästen. Bei einer Begegnung mit einem anderen Zug klärte das Personal die private Abwicklung der wöchentlichen Apfelration....

Also, wenn Ihr in der Nähe seid und die Zeit habt: macht einen Ausflug auf den Brocken.
weiterführende Links:
Brockenbahn auf youtube
Brocken bei wikipedia

Fotos, die man nicht machen möchte, aber machen muss

Normalerweise ist der Antrieb fürs Fotografieren für mich immer ein positiver. Ich möchte meine Erlebnisse festhalten, meinem Nachwuchs beim Wachsen zusehen und die schönen Dinge des Lebens für später konservieren.

Heute war das anders.... Ein Rehbock kreuzte die Straße und hatte keine Chance. Wir Insassen blieben alle unverletzt, aber der Sachschaden ist doch beträchtlich.
Die Familie habe ich abholen lassen und die Wartezeit auf die Polizei dazu genutzt, die notwendigen Fotos für die Versicherung zu machen.

Das "Motiv" treibt einem die Mundwinkel nur nach unten und wenn ich an den ganzen organisatorischen Kleinkram mit Meldung beim Arbeitgeber, Leasinggesellschaft, Werkstatt und Versicherung denke, dann wird mir echt schlecht.

Habe noch nie so ungerne die Kamera benutzt....und Ihr als Leser seht es mir hoffentlich nach, wenn ich davon hier nichts zeige.